Kinder in Burkina Faso

DSC_9334Katrin Rohde: Familie heißt in Afrika Schutz. Viele Straßenkinder haben diesen Schutz verloren, sei es durch Krankheit, Armut oder Tod der Eltern. Es gibt viele Straßenkinder in Burkina Faso, vor allem in Ouagadougou. Alle diese Jungen leben von Bettelei, Diebstahl und grandiosen Lügen. Was ich damals für Geschichten zu hören bekam! Die Jungs wissen, dass bei mir alles nachgeprüft wird, immer fahre ich mit den Kindern bis in die Dörfer und suche ihre Verwandten. Wenn dann alles stimmt, wenn dieser Junge wirklich sein Leben ändern will, dann finde ich für ihn einen Schlafplatz und bezahle sein Lehrgeld, aber auch das wird ständig überprüft.

Die Kinder hier besitzen praktisch kein Spielzeug. Es gibt alte Reifen, leere Pappschachteln, Bonbonpapier oder Flaschendeckel, damit und untereinander beschäftigen sie sich für Stunden. Allerdings, tanzen können sie schon, bevor sie laufen lernen, im Sitzen wackeln sie im Takt mit dem Kopf, und irgendein Radio läuft immer. Die jungen Menschen müssen sich ihre Zukunft selbst erarbeiten, unter schweren Bedingungen – auf der Straße und auf dem Land. (aus „Mama Tenga – mein afrikanisches Leben“)

Schule in Burkina Faso:

Viele gehen noch täglich mehrere Kilometer weit in ein anderes Dorf zur Schule. Das nehmen nicht viele Kinder auf sich, und außerdem gibt es wenige Eltern, die Geld genug für den Schulbesuch haben. Höchstens ein oder zwei von vielleicht sechs Geschwistern dürfen zur Schule gehen, die anderen werden für die täglichen Arbeiten und auf dem Feld gebraucht. In burkinischen Schulen wird viel geschlagen, nicht mit der Hand, sondern mit Stöcken, Linealen und Peitschen. Bei AMPO ist es sämtlichen Erwachsenen und Großen verboten, die Kleinen zu schlagen; damit sind wir eine große Ausnahme hier in Burkina Faso. So zeigt sich in der täglichen Praxis, dass Gewaltlosigkeit die bessere Lösung ist. Jeder AMPO-Junge hat einen Bruder, immer gehören ein Großer und ein Kleiner zusammen. Sie helfen sich gegenseitig; wenn einer von ihnen krank ist, schläft der andere bei ihm in der Krankenstation, wenn einer sich streitet, kommt der andere schlichten. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass übernommene Verantwortung das Wichtigste im Leben eines Kindes ist.

Hier in Burkina Faso gehen die Kinder zwei Jahre länger zur Grundschule, da sie alle neben der Sprache ihrer Ethnie auch noch Französisch lernen müssen – erst mit 20 Jahren oder später können sie ihr Abitur machen.

Kinder bei AMPO:

2009 juli afrika NrInzwischen leben ca. 120 Mädchen und Jungen in unseren Waisenhäusern und bis zu 50 minderjährige Mütter mit ihren Kindern in den Häusern MIA und ALMA. Sie kommen zu uns als Waisen, Halbwaisen, verlassene und misshandelte Kinder; mittellose, bedürftige Jugendliche und verstoßene, schwangere oder HIV-positive Mädchen. Sie alle finden ein liebevolles Zuhause bei AMPO. Sie erhalten täglich drei Mahlzeiten und werden medizinisch versorgt. Jedes Kind erhält eine Ausbildung entsprechend seines Alters und seiner Fähigkeiten, denn Schulbildung ist wichtig in einem Land mit einer Analphabetenquote von 83%. Diese Ausbildung kann schulisch oder beruflich sein. So haben wir Kinder, die zur Grundschule gehen neben Jugendlichen im Abitur oder in einer Lehre. Auf ihrem Weg in die Berufstätigkeit steht das AMPO-Team der Ausbildungsförderung allen Abgängern in praktischen und organisatorischen Abläufen zur Seite. Aus- und Weiterbildungen werden finanziert und selbst ein Studium an der Universität wird ermöglicht. Jeder wird bis zu seinem jeweiligen Abschluss betreut und begleitet.

Die Kinder und Jugendlichen, um die wir uns bei A.M.P.O. kümmern, brauchen Hilfe, aber sie verdienen auch allen Respekt. Denn sie haben ein hartes Leben führen müssen, bevor sie bei uns ein Zuhause gefunden haben. Sie können die Kinder langfristig als Pateneltern begleiten und ihr Leben mit einem geringen Beitrag nachhaltig verändern.

Informationen über eine Patenschaft

Ein Tag im Waisenhaus:

Beschreibung des Tagesablaufs bei A.M.P.O.

 

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