Bronzeherstellung

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Die „erste“ Figur aus Wachs wird mit Lehm ummantelt.

Da wir schon ganz oft gefragt wurden, wie unsere schönen Bronzefiguren hergestellt werden und wo sie denn herkommen, haben wir die Werkstatt in Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso besucht.

Das erste, was uns auffällt ist die Hitze. Obwohl unter freiem Himmel, aber mit schattenspendendem Dach gearbeitet wird, ist es heißer als heiß. Wir halten uns an unseren Wasserflaschen fest und lauschen gespannt dem Bericht einer der Kunsthandwerker.

Als erstes wird die Figur, die entstehen soll, aus Wachs modelliert. Wenn die Figur fertig ist, wird sie vollständig mit Lehm überzogen. Eine zweite Schicht folgt nach Trocknung der ersten. Nun sieht die Figur aus, wie in einem Kokon. Einfacher Lehm würde jedoch zerbröseln. Aus diesem Grund knetet ein Mann Eselmist unter den Lehm. Wir stehen daneben, es stinkt zum Himmel, hilft aber offensichtlich beim Herstellungsprozess.

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Der Figurenkokon trocknet nun und wird ins offene Feuer gelegt. Durch die Hitze schmilzt die Wachsfigur in der Form und kann abgegossen werden. Nach dem Abkühlen wird das Wachs für eine neue Figur verwendet. Die nun leere Form wird nun im Feuer gebrannt, um Stabilität und Hitze zu gewinnen. Zur gleichen Zeit wird die Bronze geschmolzen. Dies passiert in einem Ofen in der Erde, der es schafft, die Bronze auf 1100°C zu erhitzen. Damit die flüssige Bronze nicht beim Einfüllen in die Form herausspritzt, muss die Form auf annähernd dieselbe Temperatur erhitzt werden. Die flüssige Bronze verteilt sich in der Form und hat nun Zeit auszuhärten und abzukühlen.

Wenn Form und Bronze abgekühlt sind, wird die Lehmform von der Figur abgeschlagen. Mit diesem Verfahren kann jede Form nur ein einziges Mal verwendet werden und jede Figur ist einzigartig.

dsc_0107-webDie rohe Figur wird nun geschliffen und poliert. Für die bunten Kleider wird die Figur partiell noch einmal erhitzt und mit einer Legierung bestrichen. Die erhitzte Bronze reagiert mit der Legierung und erhält, je nach Bestandteil der Legierung, seine jeweilige Farbe.

Große Figuren werden in mehreren Teilen gegossen und später mit einem Schweißgerät zusammengesetzt.

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„Aufwendig“, denken wir, als wir den ganzen Herstellungsprozess verstanden haben. „Schön“, denken wir, denn keine Figur gleicht der anderen. Wiederverwendbare Gipsformen werden nur genutzt, um das passende Verhältnis zwischen Körper und Gliedern des Wachsmodells zu erhalten. Ist das Wachsmodell einmal fertig modelliert, werden auch die großen Figuren durch die verwendeten Lehmformen zu Unikaten.

Wir bedanken uns für den ausführlichen Einblick in dieses aufwendige Kunsthandwerk und suchen einige schöne Figuren für den Verkauf in Deutschland aus.

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