Kategorie: Reiseberichte

Zivi-Rundbrief: Bunt ist die schönste Farbe Afrikas

Von Lukas Terwitte

Vorboten kündigen den Markt an, bevor ich ihn erreicht habe; Geruchsschwaden, Stimmengewirr, ausgefahrene Wege. Die ersten Gemüsefrauen sind bereits einige Straßenzüge vor dem eigentlichen Markt zu finden, ihre Ware im Schatten einer Mauer und am staubigen Straßenrand anbietend. Auf ausgebreiteten Tüchern liegen Tomaten, Bohnen, und Auberginen: Farbtupfer in einer ockerfarbenen Umgebung. Zu Fuß habe ich mich an diesem Sonntag aufgemacht um die Vielfalt der auf dem Markt angebotenen Waren zu bewundern, um ein paar Zutaten für das Mittagsessen einzukaufen (ich koche selten genug) und auch um die Gelegenheit zu nutzen, die vergangenen Monate Revue passieren zu lassen.

Ich bin froh darüber, dass monotone Stottern meines Motorrads zum ersten Mal seit längerer Zeit wieder bewusst gegen meine gleichmäßigen Schritte eingetauscht zu haben. Schritte, welche mich zuverlässig zurück in das sich zum Ende neigende Jahr 2008 tragen, in deren Takt sich meine Gedanken sanft wiegen.

Was waren das für Monate, über die ich bisher noch nicht berichtet habe? Ich finde eine passende Überschrift für diesen zeitlichen Abschnitt lautet gleich dem Motto des neuen US-Präsidenten: Change. Ein Stichwort, welches ich nicht einmal mehr ins Französische übersetzen muss, der Sprache, die zuweilen schon die Vorherrschaft in meiner Gedankenwelt erobert hat. Veränderungen hat es wahrlich gegeben und um es vorwegzunehmen, ich empfinde sie alle als positiv. Wichtig war die Ankunft von Timo Nadolny gegen Ende November.

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ZIVI-Rundbrief: Bericht Nr. 2 aus Ouagadougou: Warum ich meine Hühner aß

Als ich am 15. Oktober mit einer dunklen Vorahnung meinen Reisepass aus meinem Rucksack hervorgeholt habe, stellte ich fest, dass mein Visum bereits zum 10. Oktober ausgelaufen war. Ganze 5 Tage hielt ich mich schon „illegal“ in Burkina Faso auf! Vieles wollte ich hier erleben, aber das sicherlich nicht!
Es erschien mir wie eine schlechte Parodie auf die Situation tausender Afrikaner die sich „illegal“ in Deutschland aufhalten. Mit 2 Besuchen in der „Division du Controle de la Migration“, der „Direction Generale de la Police Nationale“, sowie einem recht einseitigen Finanzstrom von etwa 20.000 CFA (30 Euro) zu Händen eines herrlich desinteressierten Beamten konnte ich mich aus dieser misslichen Lage befreien. Ich bin nun stolzer Besitzer eines Jahresvisums für dieses wunderschöne Land!
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Bericht aus Ouagadougou zu Klängen von Bach und Tou

Beim Klang von Bachs Goldbergvariationen sitze ich in meiner Ziviwohnung. Mäßige Hitze, es ist Sonntagspätnachmittag. Für heute steht nur ein Punkt auf meiner To-Do-Liste: Den ersten, zaghaften Versuch zu wagen, Ihnen meine Eindrücke, Erfahrungen und Erlebnisse mitzuteilen.

Zuvor erfuhr ich, wie schwer das Schreiben von Berichten doch sein kann. Hätte ich vorher nie gedacht. Meine ersten Versuche scheiterten allesamt an meinem Anspruch. Jeder noch so wohlüberlegte Satz, jedes Wort und jeder Buchstabe schien nicht das widerspiegeln zu wollen oder zu können, was ich hier erlebe. Es hat ein wenig gedauert bis ich begriffen habe, dass ein Bericht kein Kampf ist, sondern ein fließen-lassen. Ein Bericht bietet die Möglichkeit, in sich hineinzuhorchen, zu reflektieren, los zulassen. Eine sehr persönliche Angelegenheit und ich möchte Sie gerne teilhaben lassen, Sie mitnehmen auf meine ganz persönliche, innere Reise.

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Zivi-Rundbrief Nr. eins… von Lukas Terwitte

Liebe AMPO-Freunde,
mein Name ist Lukas Terwitte. Anfang August habe ich die Nachfolge von Jonas Lanz, dem aktuellen AMPO-Zivi, angetreten. Bis zu seiner Abreise im September wird er mich einarbeiten und mir alle wichtigen Dinge bei AMPO und in Ouagadougou zeigen.

Zunächst möchte Ich mich Ihnen kurz vorstellen, damit sie ein ungefähres Bild haben, wer für Sie in den nächsten 13 Monaten den Zivi-Rundbrief schreibt:

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Zivi-Rundbrief für Juni 2008

Bericht Nr. 6

 

Es prasselt und rauscht, fließt und windet, dröhnt und donnert. Türen schlagen, schemenhafte Gestalten rennen geduckt durch Wasserwände. Aus Straßen werden Rinnsale, dann Bäche und schließlich umfließen brodelnde Flüsse die Mauern und Häuser. Der Geruch der feuchten Luft gleicht dem von Rohbauten und nach langer Zeit ist die Temperatur wieder unter 30 Grad gesunken. Durch Staubwinde und schwarzen Himmel angekündigt, bricht nach mehr als acht Monaten der erste richtige Regen über Ouagadougou herein. Welch eine Erleichterung für die staubbedeckten Pflanzen, welch Segen für die ausgetrocknete Landschaft. Die Lunge protestiert auch bei tiefem Luftholen nicht mehr und das Auge erfreut sich an frischem Grün.

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Zivirundbrief im März 2008

Bericht Nummer 5

Liebe Freunde und Verwandte, liebe Spenderinnen und Spender

Weihnachten, das Fest der Familie, mit ca. 400 Menschen bei über 25°C, einem Eselkarren für den Weihnachtsmann und nach der Feier unter anderem Hip Hop? Nicht nur für meinen Familienbesuch aus Deutschland eine interessante Erfahrung. Der Kontrast zwischen von Kerzenlicht beschienenen „Oh- Tannenbaum“ singenden Kindern, die danach Break-dancen war einfach kurios. Zwar steckte der Container mit den Geschenken aus Deutschland noch im Zoll fest und der Weihnachtsmann hatte „nur“ T-Shirts und Süßigkeiten zu vergeben, glücklichere Weihnachtskinder habe ich aber bisher nicht erlebt.
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Zivi-Rundbrief für Dezember

Liebe Freunde und Verwandte, liebe Spenderinnen und Spender

Ich sitze hier am Computer, versuche die letzten eineinhalb Monate Revue passieren zu lassen und die wichtigsten Ereignisse für diesen Bericht heraus zu fischen. Da ich inzwischen doch einige Mails mit der Frage nach meiner genauen Arbeit hier bei AMPO bekommen habe, werde ich dieses Informationsloch stopfen. Außerdem kam am 11. November Katrin wieder gesund aus Deutschland zurück, der Advent hält Einzug und Hannes fiel vom Pferd.
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Zivi-Rundbrief 2 für Oktober von Jonas Lanz

Liebe Spenderinnen und Spender, liebe Freunde und Verwandte,

vor sieben Wochen landete mein Flugzeug in Ouaga, und seit dem letzten Bericht ist wieder allerhand geschehen, an dem ich Sie hier nun teilhaben lassen möchte.

Als ihr Live-Korrespondent vor Ort bin ich natürlich verpflichtet, Ihnen nicht immer nur von einem Ort zu berichten, sondern Sie haben das Recht auf weiterführende Informationen aus mehreren Regionen. Die Einladung einer anderen NGO für eine Reise durch den Osten von Burkina Faso kam für mich so äußerst günstig. Diese NGO nennt sich ASAO, wird mit beträchtlichen Mitteln vom BMZ unterstützt und baut Schulen, Brunnen und Lehrerhäuser in ganz Burkina. Einmal im Jahr werden einige dieser Schulen auf einer Rundreise von einer deutschen Delegation besucht, zu der dieses Jahr freundlicherweise auch die Zivis von SEWA und ich gehörten. Hier der Bericht einer Reise durch den Busch.

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